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10 Jahre Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen: Vom Braunkohletagebau zum Naturparadies

Am 19. Juni 2010 lud Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens zum großen Familienfest ein. Ein besonderer Höhepunkt: die Auszeichnung im bundesweit ausgeschriebenen Wettbewerb „Deutschland – Land der Ideen“. Außerdem: Ehemalige Bewohner der „verschwundenen Orte“ des Tagebaugebietes präsentierten das Leben vor der Kohle und geben Auskunft zu einer Region im Wandel.
Tiefe Gruben prägten über Jahrzehnte die Niederlausitzer Landschaft rund um Wanninchen bei Luckau. Wo einst Braunkohle gefördert wurde, kehrt nun die Natur nach und nach zurück und verwandelt die ehemalige Mondlandschaft in ein eindrucksvolles Areal aus Dünen, ausgedehnten Wasserflächen, Feuchtgebieten, Wäldern und Wiesen.

Vor genau 10 Jahren begann die Heinz Sielmann Stiftung mit dem Erwerb der mehr als 3.200 Hektar zerstörten Bodens ein einzigartiges Renaturierungsprojekt. Mittlerweile ist die Dynamik der Selbstheilungskräfte der Natur vielerorts sichtbar und wartet mit einzigartigen Naturschauspielen wie der alljährlichen Kranichrast auf.

10 Jahre Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen
Seit 10 Jahren gibt es Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen.
Verwüstung eines Landstriches und das Comeback der Natur
Der Braunkohletagebau hat große Teile Ostdeutschlands nachhaltig verändert, so auch im ehemaligen Tagebaugebiet „Schlabendorfer Felder“ im Naturpark Niederlausitzer Landrücken, zu dem auch die Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen gehört. Hier krempelten Bagger und Förderbrücken den Boden von 1961 bis 1991 regelrecht um. Die Folgen für die Tier- und Pflanzenwelt waren enorm: Wertvolle Brut-, Rast- und Nahrungsplätze wurden zerstört; Schwarzstorch, Kranich, Sonnentau und andere seltene Arten verschwanden aus dem Gebiet. Doch schon kurz nach Beendigung des Bergbaus begann das Grundwasser wieder zu steigen und ließ aus den Tagebaurestlöchern große Seen und Feuchtgebiete entstehen. Heute finden hier Kraniche, Schellenten, Graugänse und der seltene Wiedehopf neuen Lebensraum. An diesem unvergleichlichen Comeback der Natur können die Besucher von Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen von Aussichtsplattformen und Wanderwegen aus teilhaben.

Sielmanns Naturlandschaften – erholen, informieren, erleben
Neben dem Erhalt von Refugien für seltene Tiere und Pflanzen ist die Heinz Sielmann Stiftung bestrebt, Naturschutz mit Umweltbildung und sanftem Tourismus zu verbinden und auf diese Weise einmalige Naturlandschaften für den Menschen zu erhalten. So bietet das Naturparkzentrum Wanninchen vielfältige Naturerlebnisse für Jedermann: die „Fledermausdetektive“ und „Bodenforscher“ sind bei jungen Besuchern ebenso beliebt wie die herbstlichen Kranich- und Vogelzug-Expeditionen bei den älteren. Natur-Camps, Ferienprogramme, Aktionstage sowie ein ausgedehntes Wanderwegenetz und ein eigener Fahrradverleih runden das Angebot ab. Weiter Informationen zum Veranstaltungsprogramm unter: www.sielmann-stiftung.de, Tel. 03544-556327.