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Die Rhumequelle

Eingebettet in idyllischem Laubwald liegt am Nordrand des Ortes Rhumspringe am südlichen Harzrand (Landkreis Göttingen) ein kleiner, türkisblauer See. Auf den ersten Blick würde hier niemand die größte Quelle Niedersachsens vermuten. Und doch gehört die Rhumequelle mit einer durchschnittlichen Schüttung von 2.500 Litern Wasser pro Sekunde sogar zu den größten Karstquellen Europas! Jeder Bundesbürger könnte hier theoretisch drei Liter Wasser am Tag schöpfen.
Der von Bruchwäldern umgebene Quellbereich bietet mit seinem Hauptquelltopf und den 360 Nebenquellen ein einmaliges Naturschauspiel. Bereits 1938 wurde die Rhumequelle als Naturdenkmal ausgewiesen, seit 1990 steht außerdem der Quellbereich unter Naturschutz.

Der Quelltopf liegt in etwa neun Meter Tiefe am Grunde des Sees. Als die Heinz Sielmann Stiftung Mitte der 1990er Jahre auf dieses einzigartige Naturerbe aufmerksam wurde, befand es sich in einem äußerst desolaten Zustand, denn die Beliebtheit hatte offenbar ihren Preis: Der Wanderweg war durch Trittbelastung der zahlreichen Besucher rund um den See empfindlich abgesackt, der Quelltopf durch Müll und Schlammmassen, die von den Hängen herabbgetragen wurden, bis auf vier Meter verschüttet. Nahezu der gesamte Uferbereich des westlichen Wanderweges war instabil geworden.

Die Rhumequelle

Die Heinz Sielmann Stiftung engagierte sich schnell und unbürokratisch mit umfangreichen Sanierungsmaßnahmen, die fortan der Tier- und Pflanzenwelt zugute kamen: Der Quelltopf wurde von Fremdmaterialien befreit, der westliche, ufernahe Weg verlagert, besonders sensible Bereiche mit Geländern versehen. Helfer flachten die Unterwasserböschung ab, legten einen Wall an und errichteten zwei Aussichtsplattformen sowie Informationstafeln.

Heute ist die Rhumequelle wieder zum touristischen Anziehungspunkt geworden. Durch die veränderte Wegeführung wird der Naturhaushalt nicht mehr gestört. Auch selten gewordene Tierarten wie Pirol, Eisvogel – Vogel des Jahres 2009 –, oder Wasseramsel finden hier wieder geeignete Lebensbedingungen.