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Die Münsterländer Emsaue – Modell für den Naturschutz

Als nahezu durchgängig reiner Sandfluss ist die Ems ein in Mitteleuropa einmaliges Fließgewässer. Das Wasser sowie die angrenzenden Auenflächen sind sehr nährstoffarm, so dass sich dort eine spezialisierte Flora und Fauna eingestellt hat.
Für die Fortsetzung eines Beweidungsprojektes in den Münsterländer Emsauen konnte die Naturschutzstation Münsterland seit dem Jahr 2005 mit Mitteln der Heinz Sielmann Stiftung mehrere Hektar Land erwerben.

Beispielsweise konnten im Jahr 2006 auentypische Kleingewässer zur ökologischen Aufwertung des Gebietes angelegt, ein Graben aufgestaut und renaturiert sowie Flächen wiedervernässt werden. Außerdem finanzierten wir die Einrichtung von Informationstafeln entlang des Emsauen Radwanderweges und die Erstellung eines Informationsfaltblatts.

Foto: Naturschutzstation Münsterland
Heckrinder und Konik-Pferde weiden das ganze Jahr über in den Emsauen.
Auf den Erweiterungsflächen war zuvor nährstoffreicher Oberboden abgetragen worden, um die für die Emsauen typischen Sandböden freizulegen. Hierbei entstanden Feuchtbiotope und Sandtrockenrasen. Alle Erwartungen wurden übertroffen als auf einer geschützten Insel des neu angelegten Feuchtbiotops der Austernfischer, die Löffelente, der Flussregenpfeifer und mehrere Kiebitzpaare erfolgreich brüteten.

Durch Flächenkäufe im Jahr 2012 wird im Weidegebiet Pöhlen der direkte Zugang der Pferde und Rinder zum Wasser der Ems ermöglicht.
 
Ziel der Ankäufe ist die Ausweitung des Beweidungsgebietes „Emsaue Pöhlen“ mit extensiver Ganzjahresbeweidung durch Heckrinder und Konik-Pferde. Das Heckrind ist wie die meisten Hausrinder ein direkter Abkömmling des 1627 ausgestorbenen Auerochsen. Der Konik (aus dem Polnischen: Pferdchen, kleines Pferd) ist eine wild lebende Ponyrasse aus dem mittelosteuropäischen Raum. Durch die Ganzjahresbeweidung soll die Entwicklung einer halboffenen Weidelandschaft unter dem Einfluss der Auendynamik der Ems gelingen und die Struktur- und Artenvielfalt in den Emsauen verbessert werden. Die erworbenen Grundstücke wurden bislang ackerbaulich genutzt.