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Vogelwarte Rybatschi – Wiege der Zugvogelforschung

Die Biologische Station Rybatschi ist die älteste Vogelwarte der Welt. Sie liegt im russischen Teil der Kurischen Nehrung (ehemals Ostpreußen) und wurde bereits 1901 von Johannes Thienemann gegründet. Durch dessen Engagement entwickelte sie sich schnell zu einer international anerkannten Institution. Thienemann war der Erste, der die Methode der Vogelberingung in großem Maßstab einsetzte, um auf diese Weise Aufschluss über Zugrouten und Überwinterungsgebiete zu erhalten.
Über die Kurische Nehrung führt eine der wichtigsten europäischen Vogelzuglinien. Da viele Vogelarten offene Wasserflächen meiden, drängen sich die Vogelscharen auf der Nehrung wie in einem Flaschenhals zusammen. Auf dem Höhepunkt der Zugzeit werden täglich über 300.000 Vögel gezählt. Dieses Phänomen bietet die idealen Voraussetzungen, den Vogelzug wissenschaftlich zu studieren.



Die älte
ste Vogelwarte der Welt

Die Vogelwarte Rybatschi (ehemals Rossitten im früheren Ostpreußen) widmete sich als weltweit erstes Institut der vogelkundlichen Freilandforschung. Neben dem damaligen Leiter Johannes Thienemann verhalfen namhafte Biologen wie Konrad Lorenz, Otto König und Ernst Schütz der Station mit ihren Forschungsergebnissen zu weltweiter Anerkennung. Heute wird die Vogelwarte von dem Zoologischen Institut der Russischen Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg geführt.

Forschung zum Schutz unserer Zugvögel

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Arbeit von russischen Wissenschaftlern fortgesetzt. Nachdem sich die finanzielle Lage Russlands in den 90er Jahren dramatisch zuspitzte, drohte der Vogelwarte die Schließung. Doch dank der Unterstützung der Heinz Sielmann Stiftung konnte der Betrieb aufrechterhalten werden. Sie fördert die wissenschaftliche Arbeit Rybatschis mittlerweile seit 1996 regelmäßig. Mit Hilfe der Ergebnisse der seit Jahrzehnten fortgeführten Datenreihen werden Erkenntnisse gewonnen, die eine unverzichtbare Grundlage für einen effektiven Vogelschutz bilden. Aus ihnen lassen sich konkrete Hilfsmaßnahmen ableiten.